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Welpenaufzucht

Welpenaufzucht

Ich möchte hier interessierten Hundefreunden, am Beispiel unserer zwei Hunde, die Entwicklung eines Welpen von der Geburt bis zum Alter von 1/2 Jahr dokumentieren. Eine solche Homepage hätte mir kurz vor der Geburt von Kora sicherlich weitergeholfen, denn ich habe nirgends eine detaillierte Abhandlung über dieses Thema gefunden.

  1. Vor der Geburt:

Die Zeugung:

  • am 01.08.99 mit Dalmatinerrüde "Willi"

Nach dem Deckakt hängen Hündin und Rüde noch einige Zeit zusammen. (der Rüde steckt mit seinem Geschlechtsteil in der Hündin fest) Laut Hundebuch dauert dies bis zu 45 min. In diesem speziellen Fall "nur" 5 min. Ehe man die Trächtigkeit bemerken konnte vergingen ca. 5 Wochen. Bei anderen Hündinnen ist dieser Wert nur ein Richtwert. Ich beziehe mich bei meinen Ausführungen auf unsere Hündin Lisa.

Als Anzeichen waren zu bemerken:

  • Anschwellen des Gesäuges
  • ab ca. 6. Woche Milch am Gesäuge
  • die Hündin wird dicker, dies bemerken am schnellsten Aussenstehende, die nicht jeden Tag mit der Hündin Kontakt haben
  • der Bewegungstrang lässt spürbar nach; früher habe ich mindestens 45 min. pro Spaziergang eingeplant; während der Trächtigkeit reichten "Lisa" meist schon 10 min.; auf ausgelassene Spiele hatte sie keine Lust mehr; dies sollte man auch akzeptieren

Spätestens jetzt sollte man sich bei seinem Tierarzt Informationen zur Geburt einholen. Wir haben "Lisa" auch röntgen lassen, dass hat den Vorteil, dass man in etwa weiss wieviele Welpen zu erwarten sind. Unsere Tierärztin konnte mindestens zwei Welpen erkennen. Vor der Geburt sollte man eine ausreichend grosse Wurfkiste an einem warmen, ruhigen Ort aufstellen und die Hündin an diesen Ort gewöhnen.

Bei unserer Hündin begann die Geburt am 28.09.99 nach 59 Tagen. Normale Tragzeit bei Hunden sind 63 Tage.

Erstes Anzeichen für die bevorstehende Geburt ist ein blutiger Ausfluss aus der Scheide der Hündin. Ab jetzt braucht die Hündin viel Ruhe und nur die engsten Familienmitglieder sollten in ihrer Nähe sein und beruhigend auf sie einwirken. Wenn man jetzt Bekannte zur Besichtigung einlädt, würde dies die Hündin nur unnötig beunruhigen. Ich kann nur jedem empfehlen, dass er für die Tage der Geburt Urlaub einreicht. Ich habe 2 Nächte nicht schlafen können und wäre sicherlich nicht in der Lage gewesen einer Arbeit nachzugehen. Weiterhin wichtig ist, dass der Tierarzt über die Geburt informiert ist und im Notfall auch Nachts zur Verfügung steht. Hier muss ich unserer Tierärztin Dr. Breitbarth aus Dresden ein grosses Kompliment machen, denn Sie hat unsere Hündin während ihrer kompliziert verlaufenden Geburt aufopfernd betreut und sie stand uns jeder Zeit mit Rat und Tat zur Verfügung. Nochmals vielen Dank.

 

Chronologie der Geburt

29.09.99 05.00 Uhr Totgeburt

  • Welpe kam nackt zur Welt
  • keine Atmung, kein Herzschlag
  • wurde von Lisa aufgefressen

Da sich die Geburt jetzt schon über 10 Stunden hinzieht (normal sind 2 Stunden Abstand zwischen den Welpen) ist ein Gang zur Tierärztin unabwendbar.

Dort wurde Lisa ein Wehenmittel gespritzt und sie wurde geröntgt. Das Röntgen ist notwendig, um eventuell feststeckende Welpen zu erkennen und sie Notfalls per Kaiserschnitt entfernen zu lassen. Lisa bekam ihren zweiten Welpen bei unserer Tierärztin.

29.09.99 17.30 Uhr

  • ein Rüde komplett behaart
  • leider war der Saugreflex nicht ausgebildet
  • trotzt aller Bemühungen unserer Tierärztin starb er gegen 21.00 Uhr
  • Lisa kümmerte sich instinktiv nicht um diesen Welpen
  • die Natur hat es so eingerichtet, dass kranke Welpen von der Mutter nicht akzeptiert werden
  • er ist durch den fehlenden Saugreflex verhungert

29.09.99 23.50 Uhr

  • ein Weibchen komplett behaart
  • nach öffnen von Fruchtblase robbte der Welpe als erstes zum Gesäuge von Lisa und trinkt
  • Lisa nimmt diesen Welpen sofort an
  • sie leckt ihn trocken und lässt ihn ans Gesäuge
  • nach all der Aufregung hatten wir jetzt doch noch einen gesunden Welpen

Ablauf der Geburt:

Die Hündin wird kurz vor der Geburt sehr unruhig. Sie beobachtet unruhig ihr Hinterteil und leckt sich ständig. Nach einer stärkeren Wehe erscheint die Fruchtblase mit dem Welpen drin. Als nächstes folgt die Nachgeburt. Normalerweise zerbeisst die Hündin die Fruchtblase, frisst anschliessend die Nachgeburt. Da Lisa mit knapp 1 Jahr und 4 Monaten selbst noch sehr unerfahren war, musste ich die Fruchtblase selbst öffnen. Dies ist notwendig, damit der Welpe nicht erstickt. Jetzt beginnt die Hündin den Welpen trockenzulecken und beisst die Nabelschnur durch. (dies konnte ich allerdings nur bei dem gesunden Welpen beobachten; die kranken Welpen wurden zwar abgenabelt aber anschliessend in die Ecke gelegt)

Ein gesunder Welpe robbt instinktiv an das Gesäuge der Hündin und trinkt.

Die Welpen kommen im Normalfall mit Fell zur Welt. Sie haben Augen und Ohren noch geschlossen.

Die Entwicklung eines Welpen am Beispiel von Kora:

30.09.1999:

  • 200g, blind, hat schon eine kräftige Stimme, da die Hunde in meinem Zimmer sind ist an Schlafen nicht zu denken

3.10.1999:

  • 300g, blind, Nachts ist jetzt endlich Ruhe, Tagesablauf von Kora: trinken und schlafen immer im Wechsel

11.10.1999:

  • 720g, blind, beginnt schon mit ihrem kleinen Schwänzchen zu wackeln

15.10.1999:

  • 1000g, Augen beginnen sich zu öffnen, am 17.10 sind sie schon zu 2/3 offen; der Spalt öffnet sich von der Nasenseite her

19.10.1999:

  • 1500g, Augen sind ganz offen; waren erst von einer milchigen Schicht überzogen, die aber nach 2 Tagen verschwand; die Augen sind jetzt klar und dunkelblau

23.10.1999:

  • 1700g, oben kommen die ersten Eckzähne zum Vorschein; Kora robbt nun nicht mehr durch die Gegend, sonder erhebt sich mit ihrem Bauch von der Erde und versucht erste Schritte

28.10.1999:

  • 2300g, Kora sieht einem Hund schon sehr ähnlich; sie läuft schon grössere Strecken; kann schon knurren; langsam gewöhnen wir Kora an feste Nahrung; wir haben zuerst Babybrei zugefüttert; geht am einfachsten mit einer Plastespritze (bekommt man beim Tierarzt)

 29.10.1999:

  • Wurmkur, laut unserer Tierärztin muss ein Welpe mit 4, 6 und 10 Wochen entwurmt werden; an den folgenden Tagen sind im Stuhl des Welpen weise, tote Spulwürmer zu entdecken; wenn die Entwurmung nicht durchgeführt wird kann dies zu schweren Erkrankungen, Wachstumsstörungen und sogar zum Tot des Welpen führen; Lisa ist beim Spielen Kora auf die Hinterpfote getreten, jetzt hinkt Kora

1.11.1999:

  • 3160g, waren heute beim Tierarzt; hintere Pfote ist nicht in Mitleidenschaft gezogen, es handelt sich nur um eine Prellung; ansonsten erfreut sich Kora bester Gesundheit; sie frisst jetzt schon Welpen Nass- und Trockenfutter von einem flachen Teller

15.11.1999

  • Heute hat Kora das erste mal unser Grundstück verlassen und einen kleinen Spaziergang unternommen. An der Leine sträubt sie sich noch, aber sobald sie frei läuft folgt sie mir überall hin. Am liebsten tobt Kora mit ihrer Mutter bei mir im Zimmer umher. Sie ist ein sehr lebendiger Welpe geworden. Wir gewöhnen Kora Stück für Stück an das kalte Wetter. Jeden Tag kommt sie jetzt etwas länger in den Zwinger, damit sie abgehärtet wird.
  • Wir haben einen grossen Zwinger mit einer doppelwandigen und isolierten Hundehütte, in der sich ein Hund selbst bei starken Frost ohne Probleme aufhalten kann. Natürlich muss man einen Welpen, der bis jetzt im Haus war, Stück für Stück an die kalten Temperaturen gewöhnen, da ansonsten eine Erkältung, Blasenendzündung und im schlimmsten Fall eine Lungenendzündung droht. Man muss wissen, das ein Hund empfindlich für die meisten Krankheiten ist, die ein Mensch bekommen kann. Wir haben mit einer Stunde Aufenthalt begonnen und dies innerhalb von 14 Tagen auf bis zu 5 Stunden gesteigert.

23.11.1999

  • 5600g, heute hat Kora ihre erste Impfung bekommen. Unsere Tierärztin hat bestätigt, dass Kora bei bester Gesundheit ist. Ein Welpe muss nach 2 Monaten und nach 3 Monaten geimpft werden, damit ein ausreichender Schutz gegen die wichtigsten Hundekrankheiten besteht. Dies sind Staupe, Parvovirose, Leptospirose und ganz wichtig Tollwut. Eine gute Immunisierung ist sehr wichtig, denn Tollwut ist eine auf den Menschen übertragbare Krankheit. Auch die anderen Hundekrankheiten sind von Hund zu Hund übertragbar und führen in den häufigsten Fällen zum Tod des Tieres. Nach der Grundimmunisierung muss der Hund regelmässig einmal im Jahr geimpft werden. Unsere Tierärztin verlangt pro Impfung 60,- DM.

 07.12.1999

  • 7 Kg, 31 cm Widerristhöhe (wird vom Boden bis zur Schulter des Hundes gemessen)

 

Um die Entwicklung von Kora besser dokumentieren zu könne hier eine kleine Graphik


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